Dissertation: Nachhaltigkeit noch nicht in Mode

Foto: ap/R. Sturm

Vorsicht beim Kleider-Kauf: Thomas Laudal nahm für seine Doktorarbeit an der Universität von Stavanger (Norwegen) die Konsumgewohnheiten seiner Landsleute am Bekleidungsmarkt unter die Lupe. Er kommt zum klaren Ergebnis: Sie kaufen so viel Hemden, Hosen, Blusen und Mäntel wie nie zuvor – und sie werfen auch immer mehr Textilien auf den Müll. Laudals Fazit: „Die Verbraucher sollten bewusster handeln und mehr auf ethische Argumente beim Textilkonsum hören.“

Immerhin kauften die Nordländer für umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro in Klamottenläden pro Jahr ein. Und obwohl die großen Bekleidungsketten in Skandinavien öffentlich beteuerten, sich für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung (CSR) zu engagieren, kommt der Doktorand zum Ergebnis, „dass sie dabei weit hinter ihren eigenen Postulaten zurückbleiben“.

Der Bekleidungsindustrie kommt dabei ihr eigenes Metier in die Quere. Der Zwang zu immer kürzeren Modezyklen und zusätzlich zu aufwändigen und deshalb oft nur in Handarbeit herzustellenden Kollektionen konterkariere, so der Sozialwissenschaftler, den eigenen Anspruch auf nachhaltiges Handeln.

Auch wenn sich einige Firmeninhaber deshalb persönlich und großzügig für soziale Anliegen engagierten, könne dies das Gesamtbild des Industriezweigs nicht aufpolieren, resümiert Thomas Laudal.

Die Marken Hennes & Maurits sowie Zara seien noch „die Klassenprimusse“, so Laudal. Schlecht bestellt sei es vor allem um jene Label, die ihre Kollektionen in langen Herstellungsketten produzierten. Das erschwere die Kontrolle der einzelnen Mitwirkenden und einen direkten Einfluss auf die Produktionsbedingungen. Nicht umsonst, si der Wissenschaftler, seien unter Nachhaltigkeitsaspekten vor allem die eher teureren Marken vorbildlich.


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